Was ist Verhaltenstherapie?

Verhaltenstherapie (oder VT) ist eine eher jüngere Form der Psychotherapie, welche sich auf das Potential menschliches Verhalten zu verstehen und zu verändern fokussiert. VT legt einen großen Fokus aus wissenschaftliche Absicherung, mit dem Ziel unsere Methode verständlich, als auch wirksam für einen größtmöglichen Teil der Welt zugänglich zu machen.

Die Therapie orientiert sich vor Allem an dem individuellen Veränderungswunsch und Themas jedes*r Patienten*in und wie genau und in welchem Tempo sie fortschreitet, wird von Ihnen abhängig gemacht. Das oberste Gut einer erfolgreichen Therapie ist die Beziehung zwischen Therapeut*in und Patient*in, also freue ich mich Sie kennenlernen und verstehen zu dürfen.

Woher kommt die Verhaltenstherapie?

Grundsätzlich ist die Verhaltenstherapie zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Antwort, beziehungsweise Kritik an bestehenden Therapieformen entstanden. Damalig vorherrschend war Therapie, die Introspektion (also die Fähigkeit des Betrachtens innerer Vorgänge) und Erkenntnis als Ziel hatte, und somit war die VT eine Antwort, welche eine möglichst objektive, beobachtbare Therapie forderte. Die damals entstandenen Therapieform, die sogenannte erste Welle der Verhaltenstherapie fokussierte sich rein auf das beobachtbare Verhalten des Menschen in spezifischen Situationen (und stellt damit eine sehr vereinfachte Form heutiger Verhaltenstherapie dar). Die erste Welle erfuhr besonders als Nachwirkung der großflächigen Traumatisierung des zweiten Weltkrieges ein großes Aufleben und gewann als schnellwirkende, allgemein zugänglichere Therapieform an Popularität.

Relativ bald nach der erweiterten Praktizierung der Verhaltenstherapie fiel allerdings auf, dass die so angewandte Form dieser zwar hilfreich war, aber dem menschlichen Erleben und individuellen Unterschieden nicht gerecht wurde. Bemerkt wurde, dass die Objektivität der VT leicht infrage zu stellen ist, wenn zwei Menschen in derselben oder ähnlichen Situation nicht auf dieselbe Art und Weise reagierten. Um ihrem eigenen Anspruch gerecht zu werden, geschah die kognitive Wende und die somit zweite Welle der Verhaltenstherapie. Hierbei wurde die Therapie erweitert von einer Ebene der reinen Verhaltensveränderung hin zu dem Verständnis von Gedanken, Überzeugungen und Annahmen einer selbst. Dies stellte einen wichtigen Schritt des Verstehens von menschlichem Erleben, Verhalten, Fühlen und Denken dar.

Aber auch diese Form der Therapie stoß an ihre Grenzen, vor Allem in der Behandlung schwererer psychischer Erkrankungen. Insbesondere im Kontext von Traumatisierungen und Persönlichkeitsstörungen viel auf, dass das Beobachten des Verhaltens sowie Verstehen der Gedanken, oft nicht ausreichend war, um die Veränderung gelernter überlebenswichtiger Strategien zu bewirken. Hierfür gab es die emotionale Wende, bzw. die dritte Welle der Verhaltenstherapie, welche versucht, durch das Integrieren des emotionalen Erlebens und durch das Akzeptieren und Rückgreifen auf andere Therapieformen (Psychoanalyse, integrative Gestalttherapie, systemische Familientherapie), eine holistische und würdevolle Therapie anzubieten. Auch stellt es eine Annäherung an andere Therapieschulen dar, im klaren Gegensatz zu der klaren Abspaltung, welche historisch den Ursprung der Verhaltenstherapie zeichnete.