FAQ – Häufig Gestellte Fragen
Psychotherapie ist, kurz gesagt, Hilfe zur Selbsthilfe. Als Therapeut versuche ich gemeinsam mit Ihnen zu erarbeiten, was Ihre Probleme und Ziele sind und wie ich Ihnen dabei helfen kann, diese zu verbessern beziehungsweise zu erreichen. Therapie funktioniert zum einen durch das Erlangen von Erkenntnis zur eigenen Identität/Person sowie zum anderen das Verändern von Verhaltensweisen, die uns in unserem Leben verhindern.
In einer Therapiestunde passiert vor allem der Kontakt zwischen Ihnen als Patient*in/Klient*in und mir als Therapeut. Meistens wird dieser Kontakt über ein Gespräch stattfinden, aber im Rahmen der Verhaltenstherapie auch über praktische Übungen (bspw. Atemübungen, Konfrontation von Ängsten etc.). Das Tempo der Therapie bestimmen größtenteils Sie als Patient*in und die Inhalte der Therapie orientieren sich an Ihrem Wunsch auf Veränderung. Es gibt keine genaue Formel, die für jede Person gleich funktioniert und es ist mir wichtig, den Verlauf der Therapie an Ihre individuelle Bedürfnisse anzupassen.
Wichtig ist zu sagen, beide haben ihre Berechtigung und Funktion und Beide können helfen, stützen und in Lebenskrisen zur Seite stehen. Der größte Unterschied liegt darin, dass im Rahmen der Therapie ihre Bedürfnisse und Themen immer im Vordergrund stehen. Das kann zwar auch in einem freundschaftlichen Kontext Mal so sein, aber Ihre Freundinnen/Familie haben normalerweise auch Bedürfnisse, die Sie Ihnen gegenüber äußern wollen (und das ist meist auch gut so).
Zuvor gesagt, welche Psychotherapie am besten zu Ihnen passt, hängt meist viel mehr von der persönlichen Passung zwischen Ihnen und ihrem Psychotherapeut*in ab, als welche Schule sie praktizieren. Die psychotherapeutischen Schulen dienen vor allem dem Zweck der Ausbildung und die allermeisten Psychotherapeutinnen machen im Verlauf ihrer Praktik viele Fort- und Weiterbildungen, die über den Horizont ihrer Methode hinaus schauen. Außerdem ist anzumerken, dass alle Psychotherapieschulen (wenn gut praktiziert) sehr wirksam sein können.
Wen es dennoch interessiert: Die verschiedenen Schulen unterscheiden sich größtenteils in zum einen der Haltung gegenüber den Patient*innen (bspw. Verhaltenstherapie – Transparent, Augenhöhe; Psychoanalyse – Abstinent), des weiteren im Fokus des Therapieinhaltes (bspw. Verhaltenstherapie – meistens in der Veränderung gegenwärtiger Umstände/Probleme; Existenzanalyse – eher in der Zukunft und an Perspektiven orientiert) und außerdem den gesetzten Interventionen – also den von uns angewandten „Tricks“/Methoden der Behandlung (bspw. Verhaltenstherapie – Angst-Konfrontation; Systemische Familientherapie – Aufstellungen).
Was genau am besten zu Ihnen passt, ist schwer über ein Online-FAQ zu beantworten. Zwar gibt es gewisse Probleme, die tendenziell besser zu gewissen Therapiemethoden passen, aber viel wichtiger ist ihr persönliches Gefühl zu einer Therapie. Ich würde sie motivieren, jeder Therapie eine gute Chance zu geben, aber auch ihr Recht auf freie Therapiewahl in Anspruch zu nehmen. Keine Therapie ist bindend und wenn sie das Gefühl haben, dass die Therapie nicht zu Ihnen passt, dann ist das auch okay. Kommunizieren Sie es (beispielsweise mir als Therapeut) und ich würde Ihnen auch gerne dabei helfen, jemanden zu suchen, der vielleicht besser zu Ihnen passen könnte.
Ja, es ist möglich und auch richtig, nach einer für Sie passenden Therapie zu suchen. Wenn das bedeutet, dass sie zwei Mal wechseln müssen, bevor Sie in einer Therapie ankommen, dann ist das okay und auch richtig so.
Kurz gesagt, je konkreter ihre Problematik, desto kürzer.
Ein Beispiel hierfür wäre: Sie wurden als Kind von einem Hund gebissen und haben seither Angst vor Hunden, was dazu geführt hat, dass Sie Parks und Wälder vermeiden. Jetzt haben sie festgestellt, dass sie eigentlich gerne mit Ihrer Familie wieder mehr Spaziergänge im Grünen machen würden, aber haben das Gefühl, dass die Angst vor Hunden sie daran hindert.
Das ist ein Beispiel mit einer klar identifizierbaren Problematik und einem klaren Lösungsweg, weshalb man im Normalfall davon ausgehen kann, dass die Therapie eher kurz sein wird (zwischen 5-15 Stunden).
Im Gegenzug dazu haben komplexere Themen tendenziell einen längeren Therapieverlauf, aber wie lange Sie wirklich in Therapie sind, bestimmen vor allem Sie als Patientin/Klientin!
In der Verhaltenstherapie ist das Ziel ein wöchentlicher Termin, allerdings kann man das je nach Umständen auch anpassen. Gegen Ende eines therapeutischen Verlaufs oder wenn einfach gerade nur weniger Bedarf herrscht, kann man die Frequenz verringern und im Falle einer Krisensituation kann man die Frequenz auch erhöhen.
Im Erstgespräch ist es mir wichtig, dass ich sie als Person kennenlerne. Ich möchte zwar ihre Probleme, aber besonders auch Ihnen als Individuum begegnen. Das ist auch der Grund, warum ich mir für die Erstgespräche 90 Minuten Zeit nehme und es nur als Einzelstunde verrechne. Eine Reihe an Themen werden meist in Rahmens eines Erstgespräches geklärt. Was ist Psychotherapie; Was erwarten Sie sich von einer Therapie; Was sind ihre Wünsche; Was ist ihr gegenwärtiger Leidensdruck; Ein kurzer Einblick in Ihre Biografie und noch einige andere.
Nein, was sie mir wann erzählen, ist Ihnen überlasse. Wenn ich Sie nach etwas frage und Sie sich noch nicht bereit fühlen, dieses Thema zu besprechen, dann ist das okay. Sich zu öffnen braucht Zeit und es ist mir wichtig, das zu respektieren.
Sie müssen gar nichts vorbereiten. Wenn ich etwas von Ihnen brauche oder Ihnen eine Aufgabe gebe, dann sag ich Ihnen das spezifisch.
Ja, alles was sie mir sagen, bleibt zwischen uns. Für diese Regel gibt wenige Ausnahmen, wie etwa wenn Sie mich von der Vertraulichkeit entbinden (bspw. Sie wollen, dass ich mit ihrem Hausarzt/Hausärztin über ein Thema reden kann).
Ich werde Im Verlauf der ersten Stunde können wir gerne genauer darauf eingehen. Sie bekommen ein Datenschutzblatt vorlegen, in welchem Sie unterschreiben, dass ich Ihre Daten (ich rede hierbei von Ihrem Namen) an sehr spezifische Dritte weitergeben muss (meine Bank wird ihren Namen in meinen Kontoauszügen sehen).
Dann können Sie das sagen. Sie können Ihre Therapie jederzeit in ihrem Ermessen weiterführen oder Beenden.
Ja, wenn Sie das wollen, können Sie – solange ich zeitliche Kapazitäten habe – gerne zurück in Therapie kommen.